2017-01-12

Katzen und Kinder – (k)ein Problem! - Teil 1

Schwangerschaft und Geburt eines Babys - eine aufregende Zeit - bei guter Vorbereitung lässt sich auch für Ihre Katze(n) Stress vermeiden.

Schwangerschaft und Toxoplasmose

Ein wichtiges Thema während der Schwangerschaft ist die Hygiene. Wenn Sie sich an einige Regeln halten, ist die Gefahr einer Infektion gering. Es ist nicht notwendig, dass Sie sich von Ihrer Katze trennen.

- Achten Sie insbesondere beim Umgang mit rohem Fleisch auf Hygiene. Waschen Sie auch Salat  und Obst gründlich.
- Lassen Sie den werdenden Vater die Reinigung der Katzentoilette übernehmen. Ist dies nicht möglich, genügt das Tragen von Einmalhandschuhen. Die Toilette sollte alle 24 Stunden mit heißem Wasser gereinigt werden.
- Haben Sie Ihre Wohnungskatzen bisher nur mit Fertignahrung oder abgekochtem Fleisch gefüttert, sind diese in der Regel frei von Toxoplasmen. Zur Sicherheit können Sie den Kot der Tiere untersuchen lassen.
- Bei Freigängern ist sowohl eine regelmäßige Kotuntersuchung als auch regelmäßige Entwurmung wichtig.
- Waschen Sie sich nach jedem Katzenkontakt und vor dem Essen die Hände.
- Füttern Sie Ihren Katzen kein rohes Fleisch und essen auch Sie nur Fleisch, das gekocht oder gebraten ist.
- Vermeiden Sie den Kontakt mit kranken Katzen oder unbekannten Freigängern.
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Auch Sie können sich ggfs. auf Antikörper gegen Toxoplasmen untersuchen lassen.

Mehr zum Thema unter: http://www.familie.de/gesundheit/toxoplasmose-schwangerschaft-540681.html

Viele Katzen reagieren auf Veränderungen sehr empfindlich. Rituale und ein geregelter Tagesablauf geben ihnen Sicherheit. Zudem hatte Ihr Stubentiger bisher Ihre volle Aufmerksamkeit, sofern nicht schon andere Kinder im Haushalt leben.

Sie machen Ihrer Katze das Leben leichter, wenn Sie sie von Anfang an langsam an die neue Situation gewöhnen.

Einrichtung des Kinderzimmers

- Lassen Sie Ihre Katze neue Möbel beschnuppern und inspizieren, damit sie sich an die neuen Gerüche gewöhnt. Machen Sie während des Aufbaus immer wieder mal Spiel- oder Schmusepausen, damit sich Ihre Katze nicht vernachlässigt fühlt.
- Stellen Sie weitere Möbel immer nur Stück für Stück dazu und lassen Sie sich auch mit Streichen oder Tapezieren Zeit. Wenn Sie alles auf einmal machen, kann das für Ihre Katze bedrohlich wirken.
- Richten Sie bequeme Ruhe- und Schlafplätze ein, damit Ihre Fellnase die Zeit mit Ihnen und Ihrem Baby verbringen kann, wenn sie möchte.
- Bieten Sie Kratzmöglichkeiten an, damit die neuen Möbel verschont bleiben.
- Das Gerücht, dass Katzen Säuglinge nachts in ihrem Bettchen ersticken, ist ein Ammenmärchen, das manchmal gerne noch erzählt wird. Keine Sorge, Ihre Katze legt sich nicht absichtlich auf Ihr Baby.
Wenn Sie aber, auch der Hygiene wegen, vermeiden möchten, dass Ihr Stubentiger ins Kinderbett springt, genügt es, wenn Sie z. B. ein Netz darüber hängen (fragen Sie im Fachhandel für Babyausstattung).

Vorbereitung auf das Baby

- Haben Sie Freundinnen mit Baby, die Sie gerne öfter mal besuchen können?
Eine sehr gute Möglichkeit, damit sich Ihre Katze schon mal an Aussehen, Geräusche und Geruch eines Babys gewöhnen kann.
- Ansonsten können Sie sich eine CD mit Babygeschrei besorgen (oder aufnehmen lassen).
Spielen Sie diese Ihrer Katze regelmäßig vor. Beginnen Sie in einer niedrigen Lautstärke und erhöhen Sie nur in ganz kleinen Schritten Dauer und Intensität.
- Zum Gewöhnen an den Babygeruch können auch Sie selbst Babyöl oder Babypuder benutzen.
- Ändern Sie ganz allmählich Ihren Tagesablauf, damit die Katze lernt, dass sie künftig die Zuwendungen nicht immer zu den gewohnten Zeiten erhält und dass diese auch mal kürzer ausfallen, als bisher. Vernachlässigen Sie aber bitte nicht alle Rituale.

Die Ankunft zu Hause

Vielleicht kann der frisch gebackene Vater, solange Sie mit dem Baby noch im Krankenhaus sind, einen getragenen Strampelanzug mit nach Hause bringen, den die Katze in Ruhe untersuchen kann.

- Geben Sie Ihrer Katze ihr Lieblingsfutter, damit sie zufrieden und satt ist.
- Zeigen Sie Ihrer Samtpfote, dass sie etwas ganz Besonderes ist, indem sie sie mit Aufmerksamkeit überhäufen, wenn sie es möchte.
- Lassen Sie Ihre Katze an der Babytasche und allem, was mit dem Baby zu tun hat, schnuppern. Bleiben Sie ruhig dabei und wenn die Katze es vorzieht, sich zurückzuziehen, weil das Baby vielleicht schreit, halten Sie sie nicht zurück. Katzen sind neugierig und wenn ihre Angst vor dem neuen, unbekannten Wesen nicht zu groß ist, wird sie ganz sicher irgendwann wieder ihr Näschen ins Zimmer strecken.
- Lassen Sie Ihren kleinen Tiger am Baby schnuppern, wenn Sie es versorgen oder im Arm halten. Reden Sie ruhig und freundlich mit Ihrer Mieze und vermeiden Sie hektische Bewegungen. Streicheln Sie abwechselnd Baby und Katze. Das fördert das Vertrauen und den Austausch des veränderten Geruchs.

Hören Sie auf Ihr Gefühl und bleiben Sie gelassen. Ihre Ruhe überträgt sich auf die Katze und gibt ihr Sicherheit. Versuchen Sie, gewohnte Rituale in Ihren Tagesablauf einfließen zu lassen und nutzen Sie die Schlafpausen Ihres Babys zum ausgiebigen Spielen mit Ihrer Fellnase, damit ihre Bedürfnisse nach Beschäftigung erfüllt werden. Mithilfe eines Babyphons haben sie immer ein Ohr bei Ihrem Kind.

Ist Ihre Katze sehr sensibel und zieht es trotz Zuwendung und Vorbereitung vor, sich immer öfter zurückzuziehen, sollten Sie auf weitere Symptome wie z. B. Urin absetzen neben der Katzentoilette oder auf Babykleidung usw. achten. Dieses Verhalten ist ein deutliches Zeichen, dass Ihre Katze überfordert ist und Sie professionelle Hilfe suchen sollten.

Admin - 11:29:06 | Kommentar hinzufügen

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