2018-04-02

Stress nach dem Tierarztbesuch

Katzen kmpfen.jpgViele Katzenhalter kennen das: Sie waren mit einer Ihrer Katzen beim Tierarzt, wegen einem Routinebesuch oder aber einer Operation. Sie kommen zurück, froh alles gut überstanden zu haben. Ihr Liebling liegt noch etwas benommen in der Transportbox oder verlässt diese langsam, noch wackelig auf den Beinchen.

Die Partnerkatze kommt neugierig hinzu, möchte den Kumpel begrüßen, stoppt plötzlich, beginnt zu fauchen oder zu knurren und attackiert die andere im schlimmsten Fall.

Was ist passiert?

Die vormals bekannte Katze trägt nun einen fremden Geruch. Die Daheimgebliebenen erkennen ihren Freund nicht mehr. Dieser ist plötzlich ein Eindringling und verbreitet Angst, was häufig zu Aggressionen führt.

Zusätzlich zum fremden Geruch bewegen sich die Tiere nach einer Operation mit Vollnarkose auch anders, was zu Irritationen bei den anderen Katzen führen kann.

Was tun in einer solchen Situation?

Ist eine Auseinandersetzung bereits im Gange, gehen Sie bitte nicht einfach dazwischen. Die Gefahr, dass Ihnen ernsthafte Verletzungen zugefügt werden, ist in dieser Situation sehr groß. Lässt sich eine der Katzen mit einem Spielzeug oder Leckerchen ablenken, trennen Sie die Kontrahenten bitte vorsichtig. Im Notfall können Sie ein Handtuch auf die Streithähne fallen lassen (nicht werfen) und beide Miezen dann vorsichtig trennen. Verzichten Sie bitte auch auf den Einsatz einer Wasserspritze. Damit erzeugen Sie ggfs. noch zusätzlich Angst.

Eine weitere große Gefahr beim Versuch einer Trennung der streitenden Katzen besteht in einer Umrichtung des aggressiven Verhaltens. Der Angriff, der eigentlich der anderen Katze gilt, richtet sich nun plötzlich gegen Sie, da Sie sich womöglich in unmittelbarer Nähe aufhalten. Im schlimmsten Fall kann das dazu führen, dass eine oder sogar beide an der Auseinandersetzung beteiligten Fellnasen zukünftig bei Ihrer Annäherung aggressiv, mit Meideverhalten oder sogar Angst (je nach Persönlichkeit) reagieren.

Mehr zum Thema „Umgerichtete Aggression“ erfahren Sie demnächst in meiner mehrteiligen Artikelserie über die verschiedenen Aggressionsformen.

Um Stress vorzubeugen, ist es sinnvoll, zu jedem Tierarztbesuch beide Samtpfoten in getrennten Transportkörben mitzunehmen, um anschließenden Stress zu vermeiden. Ist dies aufgrund eines größeren Katzenbestandes im Haushalt nicht möglich, separieren Sie den Patienten nach Ihrer Rückkehr bitte vorübergehend in einem anderen Zimmer, natürlich mit allem, was die Mieze zum Wohlfühlen benötigt (Toilette, Kratzbaum, Futter, Wasser und Zuwendung).Tauschen Sie die Gerüche untereinander durch Streicheln aller Katzen aus, so dass die „fremde“ Katze wieder den Gruppengeruch annimmt. In der Regel hat sich die Aufregung nach spätestens 2 Tagen wieder gelegt und Sie können alle wieder vorsichtig unter Beobachtung zusammen lassen.

Bestehen die Auseinandersetzungen fort, suchen Sie sich bitte schnellstmöglich professionelle Hilfe.

Kontakt

Admin - 11:59:08 @ Mehrkatzenhaushalt | Kommentar hinzufügen

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